Abschied mit Herz und Hufeisen: 39 Dienstjahre und der Start in die Sommerferien

Gleich drei Abschiede standen am vergangenen, letzten Schultag an der Karl-Peter-Obermaier-Mittelschule an. Ein kurzfristiger, nämlich der Abschied von den Schülern über die Sommerferien, weiterhin zwei Abschiede von verdienten Lehrkräften.
Der offizielle Teil umfasste am letzten Schultag die Ehrung der Schulbesten sowie eines Schülers, der sich im Bereich Informatik verdient gemacht hatte. Außerdem wurde der ein- bzw. zweijährige Einsatz für die Schulband und deren Grundlage „Bandklasse“ mit einer Urkunde ins Gedächtnis gerufen.
Nach dem von Nadine Brunner und Kathrin Nagl gestalteten Abschiedsgottesdienst in der Stadtpfarrkirche hieß es bis zum 14. September Abschied nehmen und Ferien genießen.

Am Tag zuvor war die Verabschiedung einer langjährig an der Schule tätigen Lehrerin. Hektische Betriebsamkeit durchzog die Aula der Mittelschule, Heuballen wurden angeliefert, reich verzierte Orden aus dem Bereich Reiterwelt aufgehängt, Matten wurden ausgelegt, sogar Hufeisen waren zu sehen. Eine Person hatte bis dahin Aulaverbot.
Wenn eines an der Schule klar im Fokus ist, dann sind es die Belange der Kinder und Jugendlichen. Aber eines wird außerdem hochgehalten und da laufen Lehrerkollegen und Schüler in der Durchführung zu großer Form auf. Verabschiedungen in den Ruhestand zeigen, dass die Arbeit des Lehrerkollegiums besonders nach einer gewissen Dienstzeit eine besondere Würdigung erhält. An der KPO wurde Studienrätin Barbara Stauber nach 39 Dienstjahren mit einem Verabschiedungsevent der kreativen und humorvollen Extragüte aus dem Kreis der Schule verabschiedet.
Der obligatorische Ruhesessel hatte für die dynamische und bis zuletzt engagierte Lehrerin keine Verwendung. Nein, Frau Stauber wurde in einem „Pferdesulky“ unter dem Applaus der Schulgemeinschaft in die Aula befördert. Und es ergab sich, dass auch ihr Ehemann Arnold Stauber anwesend war, da er sich zu einem Doppelpensionierungsereignis ebenso an der Schule befand und ebenso mit diesem Tag in den Ruhestand ging, allerdings an einer anderen Schule
Gemäß ihrer großen Leidenschaft, dem Reitsport mit eigenen Pferden, hangelte sich die Verabschiedungsfeier mit Wettbewerbscharakter meist an diesem Thema entlang. Nach einem Blindertastungsspiel, ging es auf den Parcour. Auf Hobbyhorses wurde ein Wettlauf durch Heuballen gestartet, ein Redewendungscontest schloss sich ebenso an wie eine Liederkennung mit rasend schnell abgespielten Musikstücken. Den Abschluss machte ein Hufeisenwurfwettbewerb. Aus den Spielen ging Frau Stauber natürlich als Siegerin hervor, dem Ruhestand stand nichts mehr im Wege.
Sichtlich gerührt bedankte sich Barbara Stauber bei den Kollegen für die aufwändige und lustige Feier und blickte auf ihre Dienstjahre an „ihrer“ Schule mit „ihrem besten Kollegium“ zurück. Dass auch den Schülern der Abschied schwerfiel, eigentlich traurig, aber Tränen lügen nicht: Sie umarmten ihre Klassenleiterin und standen noch lange im Gespräch mit ihr auf der Bühne. Mit sichtlich bewegten Schülern fand ihre Dienstzeit mit denjenigen ein Ende, für deren Wohl und Erfolg sie sich jahrelang mit Elan und Ausdauer eingesetzt hatte.