Wie geht’s nach dem Abschluss weiter?

Virtueller Berufsinfotag an der Karl-Peter-Obermaier-Mittelschule



Welche Wege stehen den Mittelschülern nach der Schule offen? Viele, trotz Corona – davon konnten sich die Schüler der Karl-Peter-Obermaier-Mittelschule beim Berufsinfotag an der Schule kürzlich überzeugen.


Betriebe und Berufsfachschulen aus der Region präsentierten den Acht- und Neuntklässlern die Vielfalt des Angebots: Von sozialen Berufen über Handwerk und Industrie bis zu Dienstleistung und „grünen Berufen“ reichte die Palette, die das Organisationsteam um Schulleiter Mario Kleinert und Berufsberater Jürgen Ziereis zusammengestellt hatte. Die Besonderheit in Pandemie-Zeiten: Die Referenten kamen nicht an die Schule, sondern waren virtuell mit den Schülern verbunden.So viel vorneweg: Auch die digitale Ausgabe des Berufsinfotags hat funktioniert. Schule, Schüler und auch die meisten Betriebe sind inzwischen geübt in der Anwendung digitaler Systeme, und da, wo es hakte, sorgten die Technik-Profis der Schule für Abhilfe.

Den Blick über den Tellerrand werfen

Die Vortragsreihe war in vier „Schichten“ gestaffelt, sodass sich jeder Schüler vier Vorträge aussuchen konnte – vom heimischen Wohnzimmer aus, denn die meisten Schüler sind nach wie vor im Distanzunterricht. Nur Schüler der Klasse 9aM, die offiziell als Abschlussklasse gilt und derzeit im Wechselmodell unterrichtet wird, waren an der Schule. Die Botschaft der Organisatoren, „den Blick über den Tellerrand hinaus zu richten und so das Berufswahlspektrum zu erweitern“, wie Berufsberater Jürgen Ziereis sagt, ist bei den Schülern angekommen, bestätigt die 14-jährige Jasmin: „Der Berufsinfotag hat mir geholfen, Berufe kennenzulernen, mit denen ich mich noch nicht ausführlich beschäftigt hatte.“Auch die teilnehmenden Betriebe denken über die Pandemie hinaus und werben um Nachwuchs für die Zeit danach, schließlich waren die Zielgruppen des Berufsinfotags die Schüler der Entlassjahre 2022 und 2023. „Ich bin sehr froh, dass die Veranstaltung organisiert wurde und ich den Schülern unsere Ausbildungsberufe vorstellen konnte“, sagt stellvertretend Markus Graßl, der Ausbildungsleiter von Dorst Technologies aus Bad Kötzting.Das digitale Format habe auch durchaus Vorteile, so Graßl – etwa, um via Webcam Live-Eindrücke vom Arbeitsalltag eines Azubis zu zeigen.Die direkte Ansprache der Schüler freilich sei bei einem Präsenzvortrag besser möglich, doch so oder so hofft Graßl, dass sein Vortrag Wirkung zeigt und er Bewerbungen für Praktika und Ausbildungsplätze bekommt.Je nach Entwicklung der Pandemie wolle Dorst sobald wie möglich wieder Praktika anbieten.

Thomas Wiederer von der Zollner AG - Patrick Fink von der Firma Fink Fertigungstechnik - Josef Hauser, Abteilungsleiter bei K+B    

So manches Vorurteil ausgeräumt

Auch Anneliese Schmuderer, die Leiterin der Berufsfachschule für Pflege in Bad Kötzting, freute sich über die Einladung zum digitalen Berufsinfotag, um über die Pflegeausbildung zu informieren und auch so manches Vorurteil auszuräumen. Schließlich würden Pflegekräfte händeringend gesucht. „Ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit zur Teilnahme bekommen habe.“ Via Livestream um Pflegenachwuchs zu werben, sei aber dennoch „etwas anderes, eine Herausforderung, aber solche Formate werden auch im Alltag mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit. Was mir fehlt, ist das direkte Feedback, deshalb würde ich mir schon wieder den persönlichen Kontakt wünschen.“

Referenten beim Berufsinfotag

Bianca Bachl (Friseur am Pfingstreiter); Zahnarzt Dr. Markus Sixt, Albert Feldkircher (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Thomas Wiederer (Zollner Elektronik AG), Christel Gmach (Birkenhof), Anneliese Schmuderer (Berufsfachschule für Pflege). Josef Hauser (K+B), Markus Graßl (Dorst Technologies), Christoph Mühlbauer (Fachakademie für Sozialpädagogik Furth im Wald), Autohaus Martin Mühlbauer, Bäckerei Martin Holzapfel (Zandt), Lars Sikkes (Norma), Johann Altmann (Berufsschule Furth im Wald), FFT Patrick Fink (Hohenwarth)



Aus der Bad Kötztinger Zeitung vom 26.April 2021