Nature Clean-Up – Die Müllsammelaktion der KPO-MS Bad Kötzting

Schüler der Mittelschule sammeln Müll: Einer davon ist Leonhard Stöger. Der Sechstklässler erzählt, warum er mit dem Kettcar unterwegs ist, um den Unrat von anderen zu beseitigen



Der Schnee war langsam geschmolzen und der wilde Müll in Hecken und Gräben, am Straßenrand und auf den Wiesen kam zum Vorschein. Das nahm sich die Schulfamilie der KPO-MS Bad Kötzting zum Anlass und startete im Rahmen der Umweltbildung den Aufruf zum Nature Clean-Up.


Eine Clean-Up-Aktion ist nicht nur ein aktiver Beitrag, um die Umwelt von achtlos weggeschmissenem Müll zu befreien. Es schärft auch das Bewusstsein für die enorme Abfallmenge, mit der wir Menschen die Natur belasten, und sensibilisiert uns dafür Müll weitestgehend zu vermeiden. Die Spuren unseres Konsumverhaltens sind mittlerweile fast überall anzutreffen und belasten Mensch und Tier weitaus mehr als uns oft bewusst ist.

Mit Mülltüten bewaffnet machten sich die Schülerinnen und Schüler also auf, befreiten Teile ihrer Heimatgemeinden vom wilden Müll und entsorgten diesen fachgerecht. Erschreckend, was hier alles zum Vorschein kam. Letzten Endes wurden bis jetzt insgesamt 225 Kilogramm Müll gesammelt. Tendenz steigend, denn manche Schülerinnen und Schüler rücken nun regelmäßig aus oder haben beim Sonntagsspaziergang mit der Familie eine Mülltüte in Petto.
Respekt zollt an dieser Stelle also noch einmal all denjenigen, die ihre Freizeit geopfert haben, um die Natur von dem Müll zu befreien, den andere achtlos hinterlassen haben. Es kann jeder stolz sein, der mitgemacht hat und auch in Zukunft unserer Umwelt etwas Gutes tun möchte.

Besonders engagiert geht Leonhard Stöger (Klasse 6a) das Ganze an. Seine Beweggründe und Erlebnisse könnt ihr im Interview nachlesen.

Hallo Leonhard! Du hast ja eine ganze Menge Müll gesammelt. Respekt! Wo warst du denn überall unterwegs?

Ich war in der Umgebung von Ried am See unterwegs, entlang des Blaibacher Sees und am Höllensteinsee. Das ist die nähere Umgebung rund um meinen Wohnort. Dort habe ich auch vorher schon oft Müll gefunden und aufgesammelt.

Wie hast du den Müll dann transportiert?

Ich bin mit meinem Kettcar und einem Anhänger unterwegs.

Das hört sich ja abenteuerlich an. Was hat dich eigentlich so angespornt?

Mir ist das Thema deshalb so wichtig, weil ich schon mehrmals miterleben musste, wie die Tiere auf unserem Bauernhof durch den Müll krank wurden. Wir mussten sogar schon Tiere einschläfern lassen, bloß weil im Futter Müll war, den sie verschluckt hatten. Das macht mich sehr traurig, vor allem, wenn die Kuh ein kleines Kälbchen zurücklässt, das die Milch der Mutter braucht. Eine unserer Wiesen liegt direkt am Blaibacher See. Dort findet man oft Müll von Anglern und Wanderern. Dieser Müll wird beim Mähen oft übersehen und landet dann zerfetzt auf dem Futtertisch der Tiere. Da sind oft Angelhaken, Angelschnüre, Glasscherben oder Dosenstücke dabei, die beim Mähen zerfetzt werden. Leider sieht man diese Teile beim Füttern nicht immer. Ich möchte nicht, dass noch mehr Tiere zu Schaden kommen, bloß weil manche Menschen so rücksichtslos sind. Tiere sind auch Lebewesen!

Was war dein kuriosester Fund?

Ich habe alles Mögliche gefunden, z.B. eine Fritteuse, Autoreifen, eine Tüte voll mit Batterien, einen Schlüsselbund mit Schlüsseln, …

Warst du alleine unterwegs oder hast du auch andere begeistern können?

Manchmal war ich alleine unterwegs, manchmal mit jemandem aus meiner Familie und einmal mit einer sehr guten Freundin.

Da kam ja einiges zusammen. Wie lief denn die Entsorgung?

Einen Teil hab ich schon entsorgt. Den Rest muss ich erst noch sortieren und dann fachgerecht entsorgen.

Welche Reaktionen hast du von Leuten erfahren, die du getroffen hast?

Zum Glück gibt es auch vernünftige Leute. Ich habe einige getroffen, die die Aktion unserer Schule sehr gut fanden und mich motiviert und unterstützt haben. Eine Frau versprach mir, dass sie in Zukunft auch immer eine Tüte zum Wandern oder Spazierengehen mitnimmt, damit sie den Müll aufsammeln kann.

Ich werde auf jeden Fall auch nach der Aktion weiter Müll sammeln.

Was würdest du Menschen, die ihren Müll achtlos wegwerfen, gerne sagen?

Ich würde die Leute fragen, ob es ihnen gefallen würde, wenn sie Müll in ihrem Essen hätten. Die Tiere und die Natur können sich nicht wehren. Das ist sehr traurig! Es ist höchste Zeit, dass jeder von uns Verantwortung übernimmt. Unsere Aufgabe ist es, die Umwelt sauber zu halten und so alle Pflanzen und Lebewesen zu schützen. Die Natur braucht uns und wir brauchen die Natur!