Dauerhafter Schutz statt Schnellschuss

Schulverband Mittelschule stimmt für festinstallierte Filterlösung und gegen Mobilgeräte



Der Schulverband Mittelschule macht beim Thema Lüften in den Klassenzimmern „Dampf“.

Um das Risiko einer Ansteckung mit Corona zu verringern, sollen in der Mittelschule Bad Kötzting festinstallierte raumlufttechnische Anlagen montiert werden. Diese haben den Vorteil, die Virenbelastungen immens zu reduzieren, Wärme und Feuchte zurückzugewinnen, die Energiebilanz der Gebäude zu senken und einen hohen Wohlfühlkomfort in den Klassenzimmern zu gewähren. Diese Maßnahme ist den Verbandsräten 450 000 Euro wert. 80 Prozent der Kosten werden bezuschusst. Die Mitglieder des Schulverbands stimmten am Dienstagnachmittag im Bürgerhaus Chamerau einstimmig für diese Maßnahme.Von der Anschaffung mobiler Geräte, die nur 45 000 Euro kosten würden, hat sich der Schulverband somit verabschiedet: Untersuchungen haben ergeben, dass die Anlagen nicht die gewünschten Effekte hätten, in den Zimmern doch noch gelüftet werden müsse und die Wartungsfragen nicht geklärt sind.Der Schulverband machte sich diese Entscheidung am Dienstag nicht einfach. Es war bereits der dritte Termin zu diesem Thema: Doch auch wenn es diese hohe Förderung nicht gegeben hätte, hätte sich der Schulverband gegen mobile Luftreinigungsgeräte entschieden.

Gemeinden unter Druck

Stefan Baumgartner, Verbandsvorsitzender und Chamerauer Bürgermeister, gestand bei der Sitzung ein, dass die Gemeinden zunehmend unter Druck stehen und sich allein gelassen fühlen. Die Mahnung von Ministerpräsident Markus Söder, der in jedem Klassenzimmer nach den Ferien ein Lüftungsgerät sehen will, Regierungsstellen, die Fragen nach technischen und formalen Details ausweichend beantworten, und zuletzt Eltern, die Luftreiniger fordern: „Jeder weiß es besser, aber keiner weiß, wie es richtig geht“, sagte Baumgartner.Mit Markus Hofmann, dem Vertreter der Stadt Bad Kötzting, habe er sich schon im Vorfeld ausgetauscht, beide tendierten langfristig zu einer Anlage mit Be- und Entlüftung: Weil diese sinnvoller und effizierter wäre und es dafür vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine 80-prozentige Förderung gibt.Problem dabei: Die Fördervoraussetzungen waren unklar formuliert. Denn eigentlich würde nur der Einbau der Lüftungsanlagen für Schüler bis zwölf Jahre gefördert werden.

80-prozentige Förderung

Die Frage von Wolfgang Pilz, wie viele Kinder unter zwölf Jahren sich auf die Räume verteilen, beantwortete Mario Kleinert. Der Rektor der Mittelschule Bad Kötzting informierte, dass sich in jedem Klassenzimmer Schüler in diesem Alter aufhalten. Nach einer kurzen Unterbrechung, während der Kämmerer Michael Wutz mit einem Vertreter des BAFA telefonierte, erhielten die Verbandsräte die frohe Botschaft: auch bei der Altersverteilung an der Mittelschule ist eine 80- prozentige Förderung möglich.

„Beste Lösung“

Nach der Entscheidung des Schulverbandes pro festinstallierte Raumluftanlagen, die ihre Wirksamkeit unter anderen gegen Grippe und Hausstaubmilben bewiesen haben, geht es dann in die Ausschreibung. Hofmann und Baumgartner baten die Eltern um Verständnis, dass die Baumaßnahme nicht sofort abgewickelt werden kann. Doch: „Der dauerhafte Schutz ist besser als ein Schnellschuss“, so Stefan Baumgartner. Auch Mario Kleinert stimmte dieser Lösung zu: „Für unsere Schule ist dieser Beschluss die beste Lösung.“


Aus der Bad Kötztinger Zeitung vom 18. August 2021